Besuch aus Morris

PM Morris

Neue Ideen nehmen die Freunde aus Morris immer mit nach Hause, nachdem sie Saerbeck besucht haben. Jetzt war wieder eine Delegation aus der Gemeinde im US-Bundesstaat Minnesota zu Gast in der Klimakommune; die vierköpfige Gruppe hat in knapp drei Tagen viele Eindrücke gewonnen, die in die heimischen Klimaschutz- und Umweltprojekte einfließen sollen.

An erster Stelle nennt City-Manager Blaine Hill die Müllverwertung, die sich die Gruppe exemplarisch bei der EGST angesehen hat, u.a. auch im Saerbecker Kompostwerk. Für Morris, bzw. den dortigen Landkreis, könnte das Beispiel Saerbeck eine Modell-Lösung sein. „Unsere Deponie ist voll und der Landkreis sucht nach einem neuen Grundstück für eine Deponie. Eine deutliche Erhöhung der Kosten zeichnet sich jetzt schon ab. Da ist Recycling und Verwertung eine Alternative, auch aus wirtschaftlichen Gründen“, so der Chef der Stadtverwaltung von Morris. Denkbar etwa: Ein kleineres Kompostwerk als das in Saerbeck, etwa in Form einer Pilotanlage. Besonders beeindruckt hat die Besucher wie beim Tag der kleinen Forscher, der zeitgleich mit ihrem Besuch im BEP stattfand, schon Kindergartenkinder spielerisch lernen, wie Mülltrennung funktioniert. Mehr Bewusstsein schaffen für diese Themen: Auch diese Anregung nehmen die Besucher aus den USA mit nach Hause.

Weitere Projekte sind angedacht: Regelmäßige Kontakte zwischen der High School in Morris und der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule mittels Internet-Videokonferenz. Sprachprobleme wird es nicht geben, so Blaine Hill, der die Englischkenntnisse der Gesamtschüler lobt. Allenfalls der Zeitunterschied könnte eine Rolle spielen, „aber das kriegen wir hin“, ist Bryan Herrmann von der Uni in Morris optimistisch. Sein Kollege Mike Reese, Chef des Programms für erneuerbare Energien an der Uni, nimmt Ideen für die Biogasproduktion mit nach Hause. Lissa Pawlisch vom Clean Energy Ressource Team kann sich vorstellen, den Energieerlebnispfad in Morris weiter auszubauen. Der ist nach Saerbecker Vorbild in der Gemeinde entstanden.

Viele Ideen also, die weiter verfolgt werden sollen, denn „wir haben die gleichen Zielsetzungen und einen ähnlichen Ansatz“, so Saerbecks Bürgermeister Wilfried Roos. Im Herbst werden Guido Wallraven, Wilfried Roos und Prof. Christof Wetter den Besuch erwidern und nach Morris fliegen. Saerbeck und Morris verbindet seit 2015 eine Klimapartnerschaft, zu der ein regelmäßiger Austausch gehört. Die Partnerschaft wird (auch finanziell) vom Land NRW gefördert.

Bild (v.l.): Bryan Herrmann, Wilfried Roos, Blaine Hill, Mike Reese, Lissa Pawlisch und Guido Wallraven.