„Hier passiert so viel Spannendes“

Judith Stander-Dulisch Ihre Motivation? „Hier passiert so viel Spannendes — da möchte ich dabei sein.“ Ihr Profil? Passgenau für die Saerbecker Energiegespräche und für die Klimakommune. Was sie mitbringt? Erfahrung in der Bildungsarbeit, wissenschaftliche Expertise, Ideen – und Begeisterung für die Klimakommune Saerbeck.
„Wie kann ich für den Klimaschutz aktiv werden? Diese Frage habe ich mir gestellt“, erzählt Dr. Judith Stander-Dulisch. Die Antwort liegt in der Klimakommune auf der Hand, ist die Frage doch so etwas wie die Saerbecker DNA. Nach Stationen in Münster und Greven zog die junge Wissenschaftlerin ins Dorf, nahm Kontakt zu den Akteuren der Klimakommune auf und traf überall auf weit geöffnete Türen: „Ich habe mich sofort gut aufgenommen gefühlt.“ Dr. Stander-Dulisch hat Religionswissenschaft und Germanistik studiert und ihre Doktorarbeit im Schnittpunkt dieser Disziplinen geschrieben: „Glaubenskrisen, Neue Religionen und der Papst: Religion in ‚Stern‘ und ‚Spiegel‘ von 1960 bis 2014.“

Jetzt engagiert sie sich ehrenamtlich im Team der Saerbecker Energiegespräche und kann dort ihr Expertenwissen einbringen: Wissenstransfer. Mit diesem Thema beschäftigt sie sich als Lehrbeauftragte an der Ruhr-Universität Bochum. „Wie können wir das, was an den Universitäten geforscht wird, vermitteln, und zwar außerhalb der akademischen Welt?“ In ihrem Fachgebiet – der Religionswissenschaft – hat sie dazu Projekte auf die Beine gestellt, etwa ein Schülerlabor zum Thema Religiöse Vielfalt oder auch ein Kinderbuch. Der Ansatz funktioniert ebenso, wenn es um Klimaschutz geht. Schließlich liefert die Wissenschaft die Erkenntnisse – handeln aber muss man selbst. „Und man kann etwas tun“, unterstreicht sie, „das zeigt das Beispiel Saerbeck.“
Für das neue Format der Energiegespräche – entwickelt aus dem Energiestammtisch – hat Dr. Stander-Dulisch zusammen mit Johannes Dierker Ideen entwickelt. „Wir haben viele spannende Dinge auf der Agenda“, blickt sie nach vorn. Sie freut sich auf die nächsten Angebote der Energiegespräche und auch auf die Zeit, wenn die Pandemie-Beschränkungen Geschichte sind.

Das Auf und Ab des Lockdowns hat die Mutter eines anderthalbjährigen Jungen in Saerbeck gut überstanden. Als Mensch mit Großstadtwurzeln – sie kommt aus Duisburg und hat in Münster studiert und promoviert – mag sie die Ruhe im Dorf, das ländliche Umland und die vielen Möglichkeiten für junge Familien: „Der Badesee und das Wildfreigehege sind für uns beliebte Ziele.“


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