Nachhaltigkeit zum Anfassen: Gymnasium Lünen-Altlünen kooperiert mit den Saerbecker Energiewelten
Nachhaltigkeit wird im Schulprogramm des Gymnasiums Lünen-Altlünen großgeschrieben. Die jüngsten Schülerinnen und Schüler in den Klassen fünf und sechs beschäftigen sich mit dem Thema Müll, in der siebten Klasse geht es zur Waldschule nach Cappenberg und im Jahrgang elf steht das Thema Energie auf dem Stundenplan. Früher hat sich für dieses Thema das Ruhrgebiet mit seinen Zechen und Kohlekraftwerken als Exkursionsziel angeboten. Zwar sind Orte im Revier, zu dem Lünen gehört, immer noch Ziele für die Schule, aber nach dem Ende des Bergbaus und dem geplanten Ausstieg aus der Kohleverstromung hat sich die Schule beim Thema Energie für einen Lernort entschieden, der die Zukunft der Energieversorgung und das Konzept der Nachhaltigkeit verkörpert: Den außerschulischen Lernstandort Saerbecker Energiewelten. Das Gymnasium mit ca 800 Schülerinnen und Schülern hat deshalb vor kurzem einen Kooperationsvertrag mit den Energiewelten abgeschlossen.
Wie kommt die Schule aus dem nordöstlichen Ruhrgebiet auf den Lernstandort im Münsterland? „Das liegt am Diercke“, erklärt Nina Erdmann, Lehrerin für Deutsch und Erdkunde am Gymnasium Lünen-Altlünen. Im Diercke-Weltatlas (den kennen Generationen von Schülerinnen und Schülern aus dem Unterricht) dient Saerbeck nämlich als Beispiel für Nachhaltigkeit. Die Empfehlung einer Kollegin aus der Erwachsenenbildung, die schon einmal den Bioenergiepark besucht hatte („das müsst ihr euch mal ansehen“), brachte den Stein endgültig ins Rollen. Statt sich im Braunkohletagebau Hambach (früher Ziel eines Projekttages im Jahrgang elf) kritisch mit der Energieerzeugung auseinanderzusetzen, fahren die Schülerinnen und Schüler jetzt nach Saerbeck. „Dann kommt an zwei Tagen der komplette Jahrgang, das sind gut 80 Schülerinnen und Schüler.“
Das Besondere an diesen Projekttagen ist die „ganz praktische Verzahnung mit dem Alltag“, so Nina Erdmann. Etwa, wenn die Gruppen herausfinden, welche Elektrogeräte mit einem Balkonkraftwerk betrieben werden können. Außerdem bietet der Bioenergiepark die Möglichkeit, die Großtechnik unmittelbar zu erleben „Unten in einem Windrad zu stehen – das ist schon irre.“ Das Gymnasium festigt nun die Verbindung mit dem Lernstandort im Saerbecker Bioenergiepark mit einer Kooperationsvereinbarung. Für die Saerbecker Energiewelten ist das eine weitere Anerkennung der Arbeit. Oder, wie die Erdkunde-Fachschaft des Gymnasiums LünenAltlünen formuliert: „Ein wirklich gelungenes Konzept.“